Elberadweg 06 /
2008
Spindler Mühle nach
Dresden
Uwe und ich (Ulli)
hatten gegenüber unserer sonstigen Touren die Hotels über einen Tschechischen
Veranstalter vorgebucht. Wir wollten wegen der Sprache kein Risiko bei der
Hotelsuche eingehen, und diese Entscheidung war gut. .
Sa.
07.06.08
08.00 Uhr Start mit dem Auto, Fahrrädern und Reisegepäck in Wedel nach
Bad Schandau, 555km, Ankunft in Bad Schandau um 13.00 Uhr.
Stadtbesichtigung
und danach Transfer nach Spindler Mühle um 15.30 Uhr
mit dem Auto des Veranstalters. Nach langem Transfer erreichten wir um 19.30
unser Ski-Hotel im Riesengebirge.
Hier erfahren wir,
dass man die Quelle der Elbe nur zu Fuss / Gondel
erreichen kann und dieses ca. ½ bis 1 Tag dauert. Aus zeitlichen Gründen
verzichten wir auf diesen Ausflug.
So.
08.06.08
09.30 Uhr Start in Spindler Mühle an der Elbe am Skilift, es
liegen 90 km vor uns.
Es ist bedeckt 15°
und es regnet am Anfang teilweise. Auf der einzigen Strasse (kaum Verkehr) geht
es erst mal 15 km bergab direkt an der Elbe entlang. Wir erreichen den gut
gekennzeichneten Radweg Nr. 24 und fahren durch einige Orte. In einer großen
Umleitung verlieren wir den Radweg und fahren einen 8 km Umweg durch abgelegene
Dörfer ohne viel Verkehr auf guten Strassen, bis wir wieder den Radweg Nr. 24
erreichen. Aber von einem Radweg kann man nicht mehr sprechen. Die 24 steht,
aber der Radweg ist teilweise nur noch eine 10 cm Fahrspur im Gras, allerdings
direkt an der Elbe entlang. Da aber an entscheidenden Stellen die Beschilderung
fehlt, entscheiden wir uns öfters für den falschen Weg und erreichen unser Ziel
Hradec Kralove nach 98
km.
Mo.
09.06.08
75 km nach Kolin es ist warm, sonnig bis
30°.
Es rollt gut am
Anfang doch wieder fehlen an den entscheidenden Stellen Schilder und der Radweg
wird zur Rüttel- und Schüttelstrecke. Unser Gepäck in den Ortliebtaschen macht
jeden Tanz unserer Nannook Reiserädern mit. Unser Tempo liegt
zwischen 8-13 km/h, mehr ist nicht möglich, da man mit voller Konzentration
fahren muss.
Wir kommen ziemlich
geschafft nach 94 km in Kolin
an.
Di. 10.06.08 66 km bis Brandys n.L. (L = Labe / Elbe) es ist wieder
warm.
Der Radweg fängt
wieder gut an, aber am Ortsausgang ist damit Schluss.
Die abenteuerliche
Streckenführung an der Elbe ist Natur pur, aber es ist wieder volle
Konzentration gefordert. Durch fehlende Schilder, man kann nicht immer direkt an
der Elbe fahren, erreichen wir nach 88 km Kolin. Das
hatten wir jedoch nur einigen Anglern zu verdanken, die etwas älter waren und
noch ein wenig deutsch sprachen.
Mi. 11.06.08
75 km bis Litomerice
es ist bedeckt aber trocken.
Der so genannte
Radweg führt uns nach Melnik, aus den 31 km sind hier
schon 44 km geworden. Wir haben keine Lust mehr diesen schlechten Radweg weiter
zu fahren und entschließen uns über die Dörfer zu fahren. Die Elbe macht hier
einen großen Bogen und wir können auch einige km sparen. In Melnik, hier hat der Radweg jetzt die Nr. 2, treffen wir zum ersten Mal auch mehrere
Radler, die den Radweg von Prag nach Dresden fahren, aber auch Sie beklagen sich
über die schlechten Wege.
Quer durch die
Landschaft Böhmens fahren wir auf guten verkehrsarmen Strassen, der Tacho zeigt
auch mal wieder Werte über 20 km/h an, unserem Ziel endlich einmal entspannt
entgegen. Trotz der Abkürzung kommen wir nach 88 km in Litomerice an.
Do. 12.06.08
51 km bis Decin
Dieses sollte unsere
kürzeste Etappe werden und man glaubt es kaum, auf guten Radwegen erreichen wir
ohne Probleme nach 51 km Decin.
Fr.
13.06.08
66 km bis Dresden – Wetter
bedeckt 14° starker Gegenwind.
Wir starten nicht
auf dem Radweg, sondern entscheiden uns, die Strasse auf der rechten Elbseite
zunehmen und können es bei wenig Verkehr gut rollen lassen.
Die Möglichkeit auf
den Radweg der anderen Elbseite zu wechseln, ergriffen wir als wir an einer
Fährstelle vorbei kamen. Der Fährmann kam aus seinem Haus an der anderen
Elbseite heraus, setze über und brachte uns für 1,50 € auf die andere Seite der
Elbe.
Die Fähre hat keinen
eigenen Antrieb, sie ist an einem langen Seil am Ufer befestigt und wird durch
die Strömung der Elbe angetrieben. Die Richtungsänderung der Fähre erfolgt durch
den unterschiedlichen Anstellwinkel der Fähre zur
Strömung.
Auf dem guten Radweg
direkt an der Elbe ging es Richtung Dresden.
Es fing an zu
regnen, die Temperatur war nur noch 9° und der starke Gegenwind tat das Übrige.
Wir hatten noch ca. 2 km bis nach Bab Schandau wo unser Auto stand, ein kurzer Blickkontakt genügte und wir
entschieden uns, die Elberadtour in Bad Schandau nach nur 28 gefahrenen km zu
beenden.
Wir verstauten
unsere Räder und das Gepäck, fuhren mit dem Auto ins Hotel nach Dresden und
machten dort noch eine Stadtbesichtigung.
Fazit
Natur Pur – fast
immer an der Labe / Elbe entlang – Zwischen den Orten kaum Menschen
–
Von den ersten 300
km sind ca. 250 km in einem schlechten / sehr schlechten Zustand, teilweise
Crossstecken mäßig. Bei Regen kaum zu befahren.
Beschilderung fehlt
teilweise, dadurch sind Umwege immer einzuplanen.
Ab Litomerice bis Dresden gut zu befahrene Radwege wie man sie
sich vorstellt.
Tschechen sind sehr
freundlich, die Verständigung ist jedoch schwierig da sehr wenig englisch
gesprochen wird, bei älteren Leuten ist die Chance sehr groß, dass noch deutsch
gesprochen wird.
Erfreulich für uns
waren die Preise für die Verpflegung, ein gutes Abendessen ca. 3-7 €, eine
Vorsuppe 1 €, Wasser 1,5l 0,40 € usw. Man kann aber nur in der
Nähe der Grenze (50km) mit € bezahlen, sonst ist man auf die Czechen-Krone angewiesen, ohne diese kein Verkauf. Wir
erhielten für 1 € zwischen 23 bis 30 Kronen.
Eine Radtour mit
sehr schönen Eindrücken, jedoch nur etwas für geübte Radfahrer die mit sehr
guten Reiserädern (Nannook) unterwegs sind. Wir sind ohne Defekt
durchgekommen!!
Ullrich
Langbehn
Rad Gemeinschaft Wedel