Dubai-Report

Trainingscamp in 2008

37°C, 10h Sonnenscheindauer und eine Regenwahrscheinlichkeit von 0% - was nach Hochsommer in Deutschland klingt ist der März in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Etwa 140km südlich von Dubai – zum Emirat Abu Dhabi gehörend - befindet sich das etwa 500.000 Bewohner umfassende und westlich an den Oman grenzende Al Ain.

Die Stadt, die meinem Bruder Philip (Katze) und mir (Jacek) durch ihre hervorragend asphaltierten Straßen und den 1240m hohen Berg Jebel Hafeet gute Bedingungen für ein zweiwöchiges Trainingslager gaben.

Unser Flug ging am Morgen des 06.03.von Hamburg über Istanbul nach Dubai, wo wir nachts von unserem Gastgeber und ebenfalls Radsport- begeistertem Feuerwehrmann Bodo abgeholt wurden. Am darauf folgenden Tag beschlossen wir – noch von dem langen Flug erschöpft – die Landschaft zu erkunden. Unser Trainingslager begann mit entspanntem Tempo Richtung Jebel Hafeet, den man von jedem Ort aus in der Stadt sehen kann.

Bei wolkenlosem Himmel mussten wir feststellen, dass alle Straßen parallel verlaufen und durch ihre uns fremde Architektur jede Ecke in der Stadt gleich aussieht. Als Orientierung diente uns der besagte Jebel Hafeet, der etwa 25km von unserem Heim auf der anderen Seite der Stadt liegt.

Nach diesem eher ruhigen, 60km umfassenden Ausritt begannen wir mit dem systematischen Training: jeweils in Blöcken (4,3,3) und mit dazwischenlegenden aktiven Regenerationstagen steigerten wir Intensität und Belastung und variierten dabei mit den Trainingsmethoden (Intervall-, Wechsel-, Wiederholungs- und Wettkampfmethode). Jede dieser Trainingsmethoden hatte in Al Ain und Umgebung seine eigenen markanten Orte, die eine perfekte Konzentration auf das jeweilige Trainingsziel zuließen. Für die Intervallfahrten gab es – wie für uns geschaffen – etwas außerhalb der Stadt fast quälend endlose Landstraßen, auf denen wir ungestört unser Tempotraining fahren konnten.

Die Sprints, die ich Philip - soweit es meine Beine mitgemacht haben – angezogen hab, fuhren wir meist vor Ortseingangschildern und den Übergängen der „districts“.

Als hervorragender Trainingsort stellte sich die Straße rund um die Kamelrennstrecke (5km) heraus, auf der wir trotz starken Winden, oder vielleicht sogar wegen der starken Winde unsere Intensität ständig wechseln konnten/mussten. Das Highlight des Trainings stellte mit aller Sicherheit die Fahrt auf den Jebel Hafeet dar. Mit 14km Länge und einer Höhe von etwa 1250m waren Steigungen von über 15% keine Seltenheit. Der Berg war hart; so hart, dass bei Temperaturen von über 35°C die Handbewegung zur Wasserflasche schwer fiel. Doch der Jebel Hafeet dankte es uns mit einem fabelhaften Blick auf die komplette Stadt und über den Oman und einer zehn minütigen Abfahrt, bei der Helm und das Testen der Bremsen genauso wichtig waren wie die

Achtsamkeit in den engen Kurven.

Neben guten Trainingsbedingungen bieten die Vereinigten Arabischen Emirate vielfältige Freizeitaktivitäten, die wir nach unseren Möglichkeiten nutzten: das Quad fahren in der Wüste war zumindest das Aufregendste. Denn solch steile Sanddünen auf vier Rädern zu meistern ist für uns Europäer eine einmalige Sache.

Zwei der 14 Tage unseres Aufenthalts in den VAE verbrachten wir in Dubai, einen in Abu Dhabi. Um die Eindrücke dieser Städte zu schildern bedarf es seitenlanger Texte.

Uns hat es u.a. auf die Royal Beach verschlagen. Der Strand des so genannten Megahotels Atlantis Dubai. Dort die chill-out Atmosphäre bei Live-Musik, einem gekühlten Bier und dem Blick auf den Burj Dubai, dem höchstem Gebäude der Welt, und dem Burj Al Arab, dem höchsten Hotel der Welt, zu genießen runden alles zu einem perfekten Tag ab.

Zu was mich mein Bruder mit der Entscheidung, in die VAE zu fliegen, gebracht hat sind zwei Erkenntnisse:

1. die VAE kann man sowohl als Urlaubsort als auch als Trainingslager genießen

2. mein Interesse am Radsport ist stark gestiegen

Mein Fazit: ich will noch mal!!!

Jacek Kaczmarowski, 09.04.2009